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Kommunikation
Rolle der Lehrer in der Mensa

Essen als Kommunikationsplattform

Der angenehme Austausch beim Essen ist in der Schule ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt: Auch wenn hier zuerst an das Gespräch mit Mitschülerinnen und Mitschülern gedacht wird, zeigt die Praxis, dass auch das gemeinsame Essen von Schülern und Lehrern dem Schulklima gut tut. Lehrkräfte können die Akzeptanz der Mittagsverpflegung etwa durch die Teilnahme am gemeinsamen Mittagessen (Vorbildfunktion) und eine entsprechende Ernährungsbildung im Unterricht erhöhen. Sind Lehrkräfte in den Nachmittag eingebunden, können Projektarbeiten rund um das Thema Essen und Trinken unterrichtliche Inhalte ergänzen.

Gemeinsames Essen bietet über die begleitenden Gespräche die Chance, hierarchisch geprägte Schüler-Lehrer-Beziehungen mehr und mehr in ein Miteinander umzuwandeln. Es schafft Gelegenheit, vergleichsweise einfach feste Beziehungen in Bewegung zu bringen und den Gesprächspartner von Seiten zu erleben, die im üblichen Schulalltag untergehen. So verbessern gemeinsame Mahlzeiten die Schüler-Lehrer-Beziehung genauso wie sie die Identifikation der Schüler mit der Schule fördern.

Auch Lehrer sind Mensagäste

Doch Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht nur auf ihre Rolle als Pädagogen reduziert werden. Sie sind Leistungsträger im System Schule. Auch sie profitieren in ihrer Person von einem gesundheitsförderlichen Essen in attraktiver Atmosphäre, wissen die Zeitersparnis und den Komfort zu schätzen, den eine schmackhafte, bereits zubereitete Mahlzeit bietet.

In einer sich ständig fortentwickelnden Schullandschaft entsteht oft der Eindruck, immer neue Aufgaben bewältigen zu müssen. Ein auch auf die Lehrerwünsche und –bedürfnisse ausgerichtetes Speisenangebot setzt dagegen ein Zeichen der Wertschätzung, das auch die Identifikation der Lehrerschaft mit ihrer Schule erhöht. Dies geschieht umso mehr, wenn durch Einbindung von Vertretern des Kollegiums die Möglichkeit besteht, die eigenen Interessen aktiv zu vertreten und die „eigene“ Schulverpflegung mitgestalten zu können.

Doch nicht nur das Speisenangebot sollte auf die Lehrkräfte eingehen, auch die Gestaltung der Mensaatmosphäre sollte ansprechend sein. So bietet beispielsweise ein „Lehrertisch“ in einer ruhigen Ecke eine gute Möglichkeit, vom Unterricht zu entspannen. Weiterhin muss organisatorisch geregelt sein, inwieweit Lehrer während der Mittagspause Aufsicht zu leisten haben.

Gast oder Pädagoge?

In der Schulmensa beim Essen nehmen Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Doppelrolle teil: Hier sind sie nicht nur Gast, sondern gleichzeitig Leit- und Vorbild, von dem Schüler positiv bewertetes Verhalten übernehmen. Die Teilnahme der Lehrerschaft an der Mittagsverpflegung wertet diese damit automatisch auf.

Lehrerinnen und Lehrer in der Schulmensa: Gast oder Pädagoge? – Die Antwort lautet also: Gast und Pädagoge!
Stand: September 2018

Literatur

aid Infodienst (Hrsg.) (2010):Essen und Trinken in Schulen.

Jansen, C.; Schreiner-Koscielny, J.; Koscielny, G.(2012): Who cares?- Schulverpflegung in der öffentlichen Verantwortung. In: Ernährung im Fokus 07-08/2012, S. 266-269.

Kaiblinger, K.; Zehetgruber, R. (2009): Esskultur an Schulen - nachhaltig und gendergerecht gestalten. Hrsg: Umweltdachverband GmbH.

Methfessel, B.: Schlecht ernährte Kinder lernen schwer, http://www.frankfood.net/images/ProfMethfessel.pdf, Zugriff 23.12.2008.

Simon, N.M.; Bartsch, S. (2015): Lehrpersonenfreie Zone Schulmensa?! Fallstudie zur Sicht der Lehrpersonen auf die Schulmensa. In: Ernährungs Umschau 2/2015, S. 18-21.