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Akzeptanz
Mehr Schulqualität durch Schulverpflegung

Die Einrichtung einer akzeptierten Mittagsverpflegung erfordert unbestritten Engagement und Einsatz von Schulleitung und Schule. Denn die Gestaltung der Mittagsverpflegung ist mehr als das Bereitstellen von Speisen.

Organisation und Abläufe der Mittagsverpflegung müssen eng mit den pädagogischen Abläufen verzahnt und zu einem stimmigen Schulalltag verschmolzen werden und dies in einem Ambiente, in dem sich Schüler und Lehrer wohl fühlen.

Eine Schule kann jedoch in vielerlei Hinsicht von einem attraktiven Mensaangebot profitieren:

Vorausetzung für optimale geistige Leistungsfähigkeit

Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten und eine ausreichende und gleichmäßige Flüssigkeitsversorgung sind Voraussetzung dafür, dass das Gehirn kontinuierlich mit den für Konzentration und Lernen erforderlichen Nährstoffen versorgt ist. Zu lange Abstände zwischen den Mahlzeiten können die Konzentrationsfähigkeit vermindern. Zu üppige Mahlzeiten konzentrieren die Stoffwechselaktivitäten im Verdauungstrakt und machen träge.

Gut versorgte Schüler – und Lehrer – sind im Unterricht leistungsfähiger, ausgeglichener und belastbarer. Mehr dazu, wie die Schulverpflegung die Leistungsfähigkeit beeinflusst, und Beispiele für ein gutes Pausenbrot finden Sie unter dem folgenden Link:

Pausenverpflegung

In der ganztägigen Schule, die bis in den späten Nachmittag reicht, fallen drei der für Schüler empfohlenen fünf Mahlzeiten in die Schulzeit. Höchstens für Frühstück und Abendessen ist vor beziehungsweise nach der Schule noch Zeit. Das Verpflegungsangebot in der Schule und seine Qualität erhalten dadurch eine zentrale Bedeutung: Indem es eine gleichmäßige Versorgung mit Flüssigkeit, Energie und Nährstoffen ermöglicht, legt Schulessen die Grundlagen für ganztägige Leistungsfähigkeit.

In gebundenen Ganztagsschulen werden an bis zu 200 Tagen im Jahr Schüler verpflegt, so dass Schulessen auch den darüber hinaus gehenden Ansprüchen der Schüler an die Nährstoffversorgung genügen muss.

Wie unterschiedlich der Beitrag der Mittagsmahlzeit zu der Nährstoffversorgung sein kann, zeigt Ihnen ein Berechnungsbeispiel unter dem folgenden Link:

Warme Mittagsverpflegung - warum?

Mittagsangebot als Beitrag zur Schulprofilierung

Ein vollwertiges Verpflegungsangebot zeichnet eine Schule aus, wenn es
  • sich an der heutigen Lebenswelt von Eltern orientiert und
  • in ein pädagogisches Konzept eingebunden ist.
Eltern von Ganztagsschülern schätzen vor allem die Entlastung, die sie von dieser Organisationsform erfahren. Für Eltern spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine weitaus größere Rolle als der Gesundheitswert [1].

Ihre Informationen über das Schulleben erhalten Eltern zu einem großen Teil von ihren Kindern. Eine zielgerichtete Kommunikation seitens der Schule nach außen kann daher viele Informationsbedürfnisse erfüllen:
  • Wie berücksichtigt das Ganztagsangebot die praktischen Bedürfnisse der Eltern?
  • Warum ist ein gesundheitsförderliches Speisenangebot Voraussetzung für die geistige Leistungsfähigkeit in der Schule?
  • Was zeichnet das jeweilige schulische Essensangebot hinsichtlich Qualität und Gesundheitswert konkret aus?
  • Warum ist es seinen Preis wert?
Die wiederkehrende Thematisierung des schulischen Verpflegungsangebots zeugt vom Engagement der Schule und Stellenwert der Mensa als Teil des Schullebens. Anlässe gibt es viele: Aktionstage, Projekte und nicht zuletzt die kontinuierliche qualitative Weiterentwicklung der Schulmensa und ihres Speisenangebots.

Das Bild der Schule als Lebenswelt wird nicht nur in den Augen der Eltern, sondern auch in denen des Trägers, der Kommune und in der Wahrnehmung der allgemeinen Öffentlichkeit positiv wahrgenommen.

Diese Außenwirkung kann durch eine Zertifizierung des Verpflegungsangebots (z. B. durch die DGE) im Rahmen des Projekts „Schule + Essen = Note 1“ verstärkt werden. Sie bestätigt die Qualität des Angebots seriös und unabhängig. Eine solche berechtigt zur Nutzung eines entsprechenden Logos, das sowohl außen an der Schule aber auch im Internet zur Profilierung eingesetzt werden kann. Immer mehr Kommunen wissen den Mehrwert familienfreundlicher Angebote angesichts einer älter werdenden Bevölkerung zu schätzen und unterstützen deren Einrichtung.

DGE-zertifizierte Schulverpflegung

Gemeinsame Mahlzeiten für ein gutes Schulklima

Gemeinsames Essen als bewusste Pause entschleunigt den oft straffen Schüler- und Lehreralltag. Studien zeigen, dass Schüler sich genau dies von ihrer Mensa wünschen:
  • Zeit haben,
  • sich ungestört unterhalten können,
  • sich wohl fühlen… [2]
Es ist die Chance zum Entspannen und Luftholen, aber auch zum gegenseitigen Gespräch und Austausch - sofern der Rahmen auf die Bedürfnisse der Altersklasse und Personengruppe zugeschnitten ist.

Grundschüler haben andere Vorstellungen von Gemütlichkeit als Oberstufenschüler. Und ein sich gegenseitig befruchtendes Gespräch zwischen Lehrerkollegen benötigt vielleicht zeitlichen oder räumlichen Abstand zu den Schülern.

Die Wirkung ist spürbar: Das Gespräch zwischen Schülern, zwischen Schülern und Lehrern und zwischen Lehrern fördert Verständnis füreinander und die Zusammenarbeit untereinander. Gemeinschaftsgefühl entsteht und die Identifikation der Schüler mit der Schule wächst.

Mittagsverpflegung - Thema für pädagogische Arbeit

Von der Bestellabwicklung der Essen über eine eventuelle Internetpräsentation, von der Dekoration der Räumlichkeiten bis hin zur Essensausgabe gibt es verschiedene Möglichkeiten, Schüler klassenweise oder im Rahmen einer AG einzubinden. Dadurch kann einerseits die Lehrerschaft entlastet werden, andrerseits lernen Schüler, Verantwortung und Pflichten zu übernehmen.

Im Rahmen des "Coaching Schulverpflegung" haben Schulen Themen ihrer Mensa im Unterricht erarbeitet. Die Beispiele reichen von Lärmmessungen im Rahmen des Physikunterrichts bis zu Befragungen von Mitschülern im Rahmen des Faches Wirtschaft.

Schulverpflegung und Lehrergesundheit

Eine bewusste (Essens)Pause ist die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Sie gibt Gelegenheit, in Muße und ausgewogen zu essen statt heißhungrig wahllos zu snacken: Dies gilt auch für Lehrer.

Zumal das Gespräch im Kollegenkreis am Mittagstisch auch in fachlicher Hinsicht vielfach bereichern kann. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Lehrer die Schulmensa dann nicht als Ort zum Luftholen wahrnehmen, wenn sie dort pädagogisch gefordert sind. Ob die Trennung von Arbeit und Pause zeitlich oder räumlich ermöglicht werden kann, ist von den Gegebenheiten in der einzelnen Schule abhängig.

In diesem Sinne sei auf das Landesprogramm gute gesunde Schule Bayern verwiesen: Es versteht Gesundheitsinterventionen im Unterricht, im Management und im Bereich des Schulklimas und der Schulkultur als Mittel, durch Verbesserung von Schüler- und Lehrergesundheit eigentliche Kernaufgaben besser zu erfüllen: "Ist Schule nach Gesundheitsgesichtspunkten gestaltet, hat das einen spürbaren Effekt auf ihre Bildungs- und Erziehungserfolge." [3]

Landesprogramm Gute Gesunde Schule Externer Link

Stand: September 2016

Literatur

[1] icon kids & youth: Nestlé Studie 2010 So is(s)t Schule; http://www.nestle.de/NR/rdonlyres/7D1C3524-2F24-4146-B015-1458D2E729DD/0/Nestle_Studie_2010_So_isst_Schule_Studie.pdf, Zugriff 10.03.2010
[2] Kaiblinger, K. et. al.: Gender und Nachhaltigkeit in der Esskultur. In: Umweltdachverband GmbH (Hrsg.): Esskultur an Schulen – nachhaltig und gendergerecht gestalten, Frankfurt, 2009
[3] Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus: Landesprogramm für die gute gesunde Schule Bayern - Bekanntmachung vom 23.06. 2008 Az.: VI.8 - 5 S 4363 - 6. 62376, http://www.gesundheit-und-schule.info/userfiles/KonzeptggSchule2008.pdf, Zugriff 22.06.2010