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Verpflegungsangebot
Warme Mittagsverpflegung - warum?

Deckung des Nährstoffbedarfs
Kinder und Jugendliche haben auf Grund ihres Wachstums und ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung einen erhöhten Bedarf an Energie, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien [1] [2].
Eine warme Mittagsmahlzeit trägt zu einem wesentlichen Anteil mit zur Deckung des täglichen Nährstoffbedarfs bei. Viele nährstoffreiche Lebensmittel können auch erst nach dem Erhitzungsprozess verzehrt werden, z. B. Kartoffel, Reis, Hülsenfrüchte.
Der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung geht von einem durchschnittlichen Energie- und Nährstoffgehalt der Mittagsmahlzeit von 25 % der Tageszufuhr aus [3].
Fehlt ein sinnvoll zusammengestelltes Angebot, wird schnell auf energie- und fettreiche, jedoch nährstoffarme Produkte, z. B. Fast Food, Süßigkeiten und gesüßte Erfrischungsgetränke zurückgegriffen.
Schon jetzt zeigen erste Ergebnisse von EsKiMo, einer repräsentativen Studie zur Ernährung von Kindern und Jugendlichen, dass zu viele fettreiche, tierische Lebensmittel und zu viele Süßigkeiten gegessen werden. Im Gegensatz dazu werden zu wenig pflanzliche Lebensmittel – hier vor allem Gemüse, Obst, Brot, Kartoffeln und andere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel - verzehrt [4].


Vergleich zweier Mahlzeitenangebote mit den Referenzwerten der DGE

Tabelle 1: Vergleich zweier Mahlzeitenangebote mit den Referenz-werten [3] für die Mittagsmahlzeit von Schüler (10 bis unter 19 Jahre) in der Sekundarstufe
Empfehlung DGE Bratwurst, Pommes frites und Ketchup, Limonade Rindergulasch, Apfelrotkohl, Petersilienkartoffeln; Apfelquark mit Bananen (gem. DGE-Rezeptur Vierwochenspeiseplan Nr. 4 Sekundarstufe)
Energie (kcal) 520 778 551
Eiweiß (g) 26 26 37
Fett (g) 18 49 17
Kohlenhydrate (g) 64 56 60
Ballaststoffe (g) 8 5 8
Vitamin E (mg) 4 8 5
Vitamin B1 (mg) 0,4 1 0,3
Folat (µg) 75 61 81
Vitamin C (mg) 26 36 96
Calcium (mg) 300 46 172
Magnesium (mg) 100 75 107
Eisen (mg) 4 3 5,6
Tabelle 1 vergleicht zwei Mahlzeiten mit den Referenzwerten für die Mittagsmahlzeit. Besonders deutlich wird der hohe Gehalt an Energie und Fett bei dem Angebot mit der Bratwurst. Im Gegensatz dazu ist der Ballaststoffgehalt jedoch niedrig.
Prävention durch richtige Ernährung
Das richtige Ess- und Trinkverhalten im Kinder- und Jugendalter hat Auswirkungen auf die spätere Gesundheit, z.B.:
  • Kariesprävention durch mäßigen Verzehr von Süßigkeiten und gesüßten Getränken,
  • Vermeidung von Übergewicht durch eine nicht zu hohe Energiezufuhr und verstärkter Bewegung.
Den Folgen einer Über- und/ oder Fehlernährung kann so entgegengewirkt werden [2].

Leistungsfähigkeit durch die richtige Mahlzeit
Eine bedarfsgerechte Ernährung ermöglicht Kindern und Jugendlichen, den hohen schulischen Anforderungen gewachsen zu sein. Ein möglichst gleichbleibender Blutzuckerspiegel spielt eine zentrale Rolle für die Leistungsbereitschaft des menschlichen Organismus. Erreicht wird dies durch regelmäßige Mahlzeiten. Fehlen die notwendigen Nährstoffe, kann es zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und abnehmender Leistungsfähigkeit kommen [2].

Ausbildung von Ernährungskompetenzen
„Essverhalten wird nicht durch Informationen, sondern durch Training, durch erfahrungsbedingte Gewohnheiten geformt“ [5]. Offensichtlich benötigen wir dazu viele verschiedene Speisen bzw. Gerichte. Das Angebot von warmen Mahlzeiten kann nahezu unendlich abwechslungsreich gestaltet werden. Dadurch wird nicht nur der Geschmackssinn, sondern auch ein günstiges Essverhalten „trainiert“. Ein wichtiger Grundstein für die Akzeptanz richtiger und wichtiger Lebensmittel!

Stand: Januar 2015

Literatur