Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
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DGE-zertifizierte Schulverpflegung

Bei den in Schulmensen angebotenen Speisen bestehen zum Teil große Unterschiede in der Qualität. Doch wie kann eine Schule, deren Essensangebot vorbildlich ist, dies zeigen? Der Qualitätsstandard für die Schulverpflegung der DGE setz Richtlinien für die qualitative Bewertung des Angebots.

Seit Veröffentlichung der dritten, überarbeiteten Auflage gibt es die Möglichkeit, sich als Schule dem DGE-Qualitätsstandard entsprechend zertifizieren zu lassen. 

 

Ein Gewinn für die Schule

Ein zertifiziertes Schulverpflegungsangebot ist ein wichtiger Beitrag, um die Qualität in der Schulmensa zu sichern. Warum?

  • Für eine Zertifizierung werden alle Anforderungen, die im DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung gestellt werden, objektiv geprüft. Werden alle Kriterien eingehalten, wird das schulische Verpflegungsangebot von der DGE ausgezeichnet.
  • Die Zertifizierung unterstützt die positive Außenwirkung. Den Eltern der Schüler wird signalisiert, dass ihre Kinder in der Schule gut versorgt und verpflegt werden. Mensa und Schule können mit ihrer gesundheitsförderlichen Verpflegung werben und somit ihr Image positiv besetzen. Dadurch werden auch mehr Gäste in die Mensa gelockt – sei es aus Neugier oder weil sie nun mehr Vertrauen ins Essensangebot haben.

Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten in der Schule gemeinsam für die Zertifizierung einsetzen werden. Denn:

  • Im Laufe des Verfahrens kann kurzfristig zusätzliche Arbeit entstehen, z. B. wenn einzelne Rezepturen überarbeitet werden müssen.
  • Wenn alle Beteiligten hinter der Zertifizierung stehen, wird der vorrübergehende Arbeitsaufwand eher akzeptiert.
  • Als Synergie-Effekt können sich bessere Kommunikationsstrukturen entwickeln.
  • Es wird die Teambildung aller Beteiligten gefördert [2]. 
 

Interesse an der Zertifizierung?

Eine Schule, die sich für die Zertifizierung ihres Verpflegungsangebots interessiert, nimmt mit dem Projekt „Schule + Essen = Note 1“ Kontakt auf und erhält ein kostenloses Info-Paket.

Zu den Informationen gehört unter anderem eine Checkliste, mit der sich Interessenten einen ersten Eindruck verschaffen können, inwieweit sie die Anforderungen des DGE-Qualitätsstandards bereits erfüllen.

Wenn sich eine Schule zur Zertifizierung entschließt, kann sie zwischen einer einfachen und einer Premium-Zertifizierung wählen.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Mit dem Kontaktformular zur Zertifizierung kann sich die Schule nun bei der DGE anmelden.

 

Ablauf der DGE-Zertifizierung

  1. Die Schule bekommt einen auf ihre Situation angepassten Vertrag. Ab diesem Zeitpunkt hat die Schule 12 Monate Zeit für die Zertifizierung [3].
  2. Nun geht der Zertifizierungsprozess richtig los...
    Die angemeldete Schule bekommt je nach Wunsch fachliche Unterstützung durch das Projekt „Schule + Essen = Note 1“, in Form von nährstoffoptimierten Wochenspeiseplänen, Fachinformationen über www.schuleplusessen.de  (→ Wissenswertes) oder persönlicher Betreuung am Telefon oder per E-Mail [3] und optimiert ihr Verpflegungskonzept hinsichtlich der DGE-Qualitätskriterien.
  3. Wenn alle Kriterien umgesetzt sind, vermittelt die DGE einen Auditor, der die Angaben der Schule anschließend vor Ort prüft [3].
  4. Besteht eine Schule das Audit, erhält sie die entsprechende Auszeichnung [3]!
 

Zertifizierung in zwei Schritten

Je nachdem, welche Qualitätsbereiche (s.o.) in die Zertifizierung eingebracht werden, kann eine Schule die "Schule + Essen = Note 1"-Zertifizierung oder die entsprechende PREMIUM-Version führen.

  • Die einfache Zertifizierung umfasst die Qualitätsbereiche "Lebensmittel", "Speiseplanung & -herstellung" sowie "Lebenswelt".
  •  Für die Premium-Zertifizierung kommen die Bereiche "Nährstoffe" und "Lebensmittel" (Zwischenverpflegung) hinzu [3].

Mindestens 60 % der Kriterien müssen umgesetzt sein [3].

 

Geltungsdauer

Ein Zertifizierungsvertrag wird für mindestens drei Jahre geschlossen. Für eine fortwährende Qualitätssicherung wird in regelmäßigen Abständen eine erneute Überprüfung durchgeführt. So wird sichergestellt, dass alle Kriterien der Zertifizierung weiterhin eingehalten werden. Der Umfang richtet sich nach dem Zertifizierungsergebnis. Bei einer Erreichung von 100 % beim Erstaudit, muss in den nächsten beiden Jahren z. B. lediglich ein internes Audit stattfinden [3].

 

Und was kostet das Ganze?

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Kosten für eine Zertifizierung beeinflussen. Deshalb lassen sich nicht generell feststehende Preise nennen [4]. Grundsätzlich setzen sich die Kosten für eine Zertifizierung aus drei bzw. vier Bestandteilen zusammen:

  • Durchführung des / der Audits
  • jährliche Verwaltungspauschale
  • Reisekosten für den Auditor und
  • bei einer PREMIUM-Zertifizierung auch Kosten für die Überprüfung der eingereichten Speisepläne und Rezepte [5].

Für eine Zertifizierung nach dem DGE-Qualitätsstandard spielt die Art der eingereichten Speisepläne z. B. eine große Rolle:
Werden eigene Rezepturen eingereicht, liegen die Gesamtkosten höher als bei der Verwendung von Musterspeiseplänen der DGE [3]. Im ersten Fall müssen die Rezepturen berechnet werden, im zweiten Fall liegen bei der DGE bereits Berechnungen für die einzelnen Rezepte vor, sodass für die Überprüfung der Speisepläne keine Kosten berechnet werden.

Die Gesamtkosten hängen auch vom Abschneiden beim Erst-Audit ab. Ist das Ergebnis sehr gut, verlängert sich der Zeitraum bis zum Re-Audit entsprechend. Nach einem Jahr müssen im Rahmen eines internen Audits lediglich Checklisten von der Schule ausgefüllt und bei der DGE eingereicht werden [5]. 

 

Literatur

[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Qualitätsstandards für die Schulverpflegung. Bonn, 2., überarbeitete Auflage 2009; S. 8f, S. 13.
[2] Claudia Dirschauer: Interview Dr. Elke Liesen zur DGE-Zertifizierung einer Schulverpflegung. Schulverpflegung 4/2009: S. 14f.
[3] DGE / Projekt „Schule + Essen = Note 1“: Wichtige Schritte zur Zertifizierung mit dem Schule+Essen=Note 1-Logo bzw. Schule+Essen=Note 1-PREMIUM-Logo, Stand: Januar 2012
[4] Antwort von Dr. Elke Liesen, DGE, im Expertenforum. Schulverpflegung 4/2009: S. 17.
[5] DGE / Projekt „Schule + Essen = Note 1“: Kostenüberblick zur Zertifizierung, Stand: Januar 2012

 

Autor: Marion Begerau, Vernetzungsstelle Schulverpflegung Unterfranken