Bei den in Schulmensen angebotenen Speisen bestehen zum Teil große Unterschiede in der Qualität. Doch wie kann eine Schule, deren Essensangebot vorbildlich ist, dies zeigen? Der Qualitätsstandard für die Schulverpflegung der DGE setz Richtlinien für die qualitative Bewertung des Angebots.
Seit Veröffentlichung der dritten, überarbeiteten Auflage gibt es die Möglichkeit, sich als Schule dem DGE-Qualitätsstandard entsprechend zertifizieren zu lassen.
Ein zertifiziertes Schulverpflegungsangebot ist ein wichtiger Beitrag, um die Qualität in der Schulmensa zu sichern. Warum?
Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten in der Schule gemeinsam für die Zertifizierung einsetzen werden. Denn:
Eine Schule, die sich für die Zertifizierung ihres Verpflegungsangebots interessiert, nimmt mit dem Projekt „Schule + Essen = Note 1“ Kontakt auf und erhält ein kostenloses Info-Paket.
Zu den Informationen gehört unter anderem eine Checkliste, mit der sich Interessenten einen ersten Eindruck verschaffen können, inwieweit sie die Anforderungen des DGE-Qualitätsstandards bereits erfüllen.
Wenn sich eine Schule zur Zertifizierung entschließt, kann sie zwischen einer einfachen und einer Premium-Zertifizierung wählen.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Mit dem Kontaktformular zur Zertifizierung kann sich die Schule nun bei der DGE anmelden.
Je nachdem, welche Qualitätsbereiche (s.o.) in die Zertifizierung eingebracht werden, kann eine Schule die "Schule + Essen = Note 1"-Zertifizierung oder die entsprechende PREMIUM-Version führen.
Mindestens 60 % der Kriterien müssen umgesetzt sein [3].
Ein Zertifizierungsvertrag wird für mindestens drei Jahre geschlossen. Für eine fortwährende Qualitätssicherung wird in regelmäßigen Abständen eine erneute Überprüfung durchgeführt. So wird sichergestellt, dass alle Kriterien der Zertifizierung weiterhin eingehalten werden. Der Umfang richtet sich nach dem Zertifizierungsergebnis. Bei einer Erreichung von 100 % beim Erstaudit, muss in den nächsten beiden Jahren z. B. lediglich ein internes Audit stattfinden [3].
Es gibt verschiedene Faktoren, die die Kosten für eine Zertifizierung beeinflussen. Deshalb lassen sich nicht generell feststehende Preise nennen [4]. Grundsätzlich setzen sich die Kosten für eine Zertifizierung aus drei bzw. vier Bestandteilen zusammen:
Für eine Zertifizierung nach dem DGE-Qualitätsstandard spielt die Art der eingereichten Speisepläne z. B. eine große Rolle:
Werden eigene Rezepturen eingereicht, liegen die Gesamtkosten höher als bei der Verwendung von Musterspeiseplänen der DGE [3]. Im ersten Fall müssen die Rezepturen berechnet werden, im zweiten Fall liegen bei der DGE bereits Berechnungen für die einzelnen Rezepte vor, sodass für die Überprüfung der Speisepläne keine Kosten berechnet werden.
Die Gesamtkosten hängen auch vom Abschneiden beim Erst-Audit ab. Ist das Ergebnis sehr gut, verlängert sich der Zeitraum bis zum Re-Audit entsprechend. Nach einem Jahr müssen im Rahmen eines internen Audits lediglich Checklisten von der Schule ausgefüllt und bei der DGE eingereicht werden [5].
[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Qualitätsstandards für die Schulverpflegung. Bonn, 2., überarbeitete Auflage 2009; S. 8f, S. 13.
[2] Claudia Dirschauer: Interview Dr. Elke Liesen zur DGE-Zertifizierung einer Schulverpflegung. Schulverpflegung 4/2009: S. 14f.
[3] DGE / Projekt „Schule + Essen = Note 1“: Wichtige Schritte zur Zertifizierung mit dem Schule+Essen=Note 1-Logo bzw. Schule+Essen=Note 1-PREMIUM-Logo, Stand: Januar 2012
[4] Antwort von Dr. Elke Liesen, DGE, im Expertenforum. Schulverpflegung 4/2009: S. 17.
[5] DGE / Projekt „Schule + Essen = Note 1“: Kostenüberblick zur Zertifizierung, Stand: Januar 2012
Autor: Marion Begerau, Vernetzungsstelle Schulverpflegung Unterfranken