RSS-Feed der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern

Immer informiert über unsere aktuellen Beiträge.

Aufruf des RSS-Feeds

Zusammenfassung des Ergebnisberichts Coaching-Projekt Schulverpflegung im Schuljahr 2014/2015

Hintergrund

Das Coaching-Projekt Schulverpflegung wurde von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern im Schuljahr 2014/2015 zum sechsten Mal angeboten. Ziel des Projektes ist es, bayerische Schulen bei der Einführung einer gesundheitsförderlichen, akzeptierten und zugleich wirtschaftlichen Mittags- und Zwischenverpflegung zu unterstützen. Es werden Schulen ausgewählt, die daran interessiert sind, gemeinsam mit einer externen Fachkraft das bestehende Verpflegungsangebot zu analysieren und nach individuellen Lösungen zu suchen.

Ergebnisse im Coaching-Jahr 2014/2015

Im Schuljahr 2014/2015 wurden insgesamt 44 Schulen durch 30 Coaches betreut, wobei 35 Schulen ein Coaching in der Mittagsverpflegung wünschten. Neun Schulen wurden zum Thema Zwischenverpflegung gecoacht. An den 35 Coachingschulen der Mittagsverpflegung wurden insgesamt 16 741 Essen pro Woche ausgegeben. Bei der Zwischenverpflegung wurden je nach Größe und Form der einzelnen Schulen zwischen 30 bis 1.250 Verpflegungsangebote pro Woche und 30 bis 150 Getränke pro Woche verkauft.

Zielsetzungen

Zielsetzungen in der Mittagsverpflegung

Coaching Schulverpflegung Ziele MV 2014_2015Zoombild vorhanden

Abb. 1 Aufteilung der Ziele (n = 183) in der Mittagsverpflegung auf verschiedene Themenfelder (Mehrfachnennungen möglich)

Die Coaches erarbeiteten gemeinsam mit den Schulen insgesamt 224 Ziele zur Verbesserung der Verpflegungsangebote (183 Ziele in der Mittagsverpflegung, 41 Ziele in der Zwischenverpflegung). Sowohl bei der Mittags- als auch bei der Zwischenverpflegung wurden am häufigs-ten Ziele aus den Bereichen Lebensmittelangebot/-Speisenplangestaltung genannt.

Grad der Zielerreichung

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt: Zum Abschluss des Coaching-Jahres wurden ca.70 % der eingangs gesetzten Ziele erreicht und ca. 25 % teilweise erreicht, an deren Umsetzung die Schulen auch nach dem Coaching-Ende festhalten möchten. Die individuellen Lösungswege zu den verfolgten Zielen werden in den „Erfolgsrezepten der Schulverpflegung“, die in diesem Jahr aktualisiert und neu gestaltet wurden, zusammengefasst und als Online Tool zur Verfügung gestellt.

Fördernde Faktoren für die Zielerreichung

• Engagierter Verpflegungsbeauftragter
• Gut zusammenarbeitendes Essensgremium
• Offener und kompetenter Speisenanbieter
• Projektunterstützende Schulleitung
• Mitarbeit der gesamten Schulfamilie

Ergebnisse der Speiseplan- bzw. Angebotsauswertungen

Ergebnisse der Auswertung der "Speiseplan-Checks"

Coaching Schulverpflegung 2014_15 Speiseplan-CheckZoombild vorhanden

Abb- 2: Vorher-Nachher-Vergleich des SpeiseplanChecks mit den Soll-Vorgaben der DGE

Für die Beurteilung der Wirkung des Coachings auf die Qualität der Speisenpläne bzw. des Angebots der Zwischenverpflegung wurden jeweils zu Beginn und zum Ende des Schuljahres ein Speiseplan-Check in der Mittagsverpflegung und eine Qualitätsbewertung in der Zwischenverpflegung nach den Kriterien des DGE Qualitätsstandards für die Schulverpflegung durchgeführt. In Abbildung 3 sind die Mittelwerte (MW) der einzelnen Lebensmittelgruppen bzw. Gerichte des Speiseplan-Checks angegeben.Um zu verdeutlichen, inwieweit die Ergebnisse mit den Soll-Vorgaben der DGE übereinstimmen, sind die Soll-Vorgaben in Abbildung 10 als rote Pfeile hinterlegt.

Ergebnisse der Auswertung der "Checkliste zur Qualitätsbewertung der Pausenverpflegung"

Abb. Vorher/Nachher Vgl ZV_2014/15Zoombild vorhanden

Abb.3: Voher-Nachher-Vergleich des täglichen Verpflegungsangebots

Im Hinblick auf die Zwischenverpflegung zeigt die Vorher-Nachher-Auswertung des Angebots-Checks, dass das tägliche Angebot der nicht zu empfehlenden Lebensmittel deutlich abgenommen hat. So ist z. B. das Angebot fettreicher Wurstwaren an 30 % der Coaching Schulen gesunken. An 20 % der Coaching Schulen werden weniger gesüßte Milch und Milchprodukte genauso wie pikante Snacks angeboten. Dagegen ist der tägliche Verkauf von Vollkornprodukten an 25 % der Coaching Schulen gestiegen. Gleichzeitig wurde der Gemüseverkauf angekurbelt: Der Anteil der Coaching-Schulen, die nie Gemüse in ihrem Sortiment hatten, lag zu Beginn bei 65 %. Am Ende des Coaching-Jahres boten 20 % der Schulen 1-2-mal in der Woche Gemüse an, 10 % hatten es 3-4-mal pro Woche im Sortiment und 45 % der Schulen täglich. Ähnlich verhielt es sich beim Obstangebot (siehe Abb. 4).

Nachhaltigkeit des Coachings

Um die nachhaltige Wirkung des Coachings zu überprüfen, befragten die regionalen Vernetzungsstellen die Schulleiter der gecoachten Schulen des Schuljahres 2013/14 telefonisch anhand eines standardisierten Leitfadens. 51 Schulen nahmen an der Befragung teil.

Mehr als 90 % der Schulleiter hielten die Einrichtung eines Essensgremiums und die Benennung eines Verpflegungsbeauftragten für sinnvoll. An 76 % der Coaching-Schulen aus dem Schuljahr 2013/2014 war das Essensgremium zum Befragungszeitpunkt weiterhin aktiv. 98 % der Schulleiter würden das Coaching Schulverpflegung weiterempfehlen.

Fazit

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass das Coaching-Projekt wesentlich zur Verbesserung der Schulverpflegung beiträgt. Im Schuljahr 2014/2015 konnten insgesamt 44 Schulen in Bayern individuell begleitet und bei der Verbesserung der Mittags- oder Zwischenverpflegung unterstützt werden.

Zum Abschluss des Coaching-Jahres 2014/2015 wurden über 95 Prozent der eingangs gesetzten Ziele ganz oder teilweise erreicht. Aus Sicht der Vernetzungsstelle ist der große Erfolg des Projekts darauf zurückzuführen, dass die Ziele an den Bedürfnissen der Schulen individuell ausgerichtet werden.
Zudem erscheint die Partizipation aller an der Schulverpflegung Beteiligten bei den Zielvereinbarungsgesprächen wichtig. Deshalb erachtet es die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern als sinnvoll, dass die Schulen unter Einbindung aller Beteiligten ihre Ziele nach ihren Prioritäten setzen und individuelle Lösungskonzepte entwickeln können.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Der Unterstützungsbedarf für das gesamte Verpflegungsangebot ist nach wie vor groß. Im Schuljahr 2015/2016 stellen sich 50 neue Schulen der Herausforderung Coaching Schulverpflegung: Davon werden 36 Schulen in der Mittagsverpflegung und 14 in der Zwischenverpflegung gecoacht.