belegtes Brötchen, Milch, Apfel

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Zwischenverpflegung
Faktoren zur Steigerung der Akzeptanz

Schüler mit belegter Semmel
Das Thema Akzeptanz spielt nicht nur beim Mensabetrieb eine große Rolle. Akzeptanz ist ebenso Kernpunkt eines wirtschaftlich rentablen Zwischenverpflegungs-Angebots. Je mehr Zwischenmahlzeiten/Snacks/food-to-go Sie am Tag verkaufen können, umso wirtschaftlicher ist der Betrieb des Schulkiosks. Mit einem qualitativ hochwertigen, gesundheitsförderlichen und gut präsentierten Zwischenverpflegungsangebot gewinnen Sie nicht nur Schüler und Lehrer als zufriedene Kunden, sondern leisten nebenbei auch einen positiven Beitrag für das Schulprofil.
Nachfolgend werden Ihnen wichtige Aspekte vorgestellt, die eine hohe Akzeptanz der Zwischenverpflegung ermöglichen sollen. Dabei spielen vor allem folgende Punkte ein zentrale Rolle:

Zielgruppenorientierung und Partizipation

Achten Sie auch beim Verkauf von Zwischenmahlzeiten auf die Wünsche Ihrer Kunden. Das bedeutet, nicht automatisch nur auf altbekannte Kassenschlager wie Currywurst, HotDog oder Leberkässemmel setzen zu müssen. Die Angebotsvielfalt sollte sich auch am Gesundheitsbewusstsein der Kunden und ernährungsphysiologisch wichtigen Kriterien orientieren.
Aber um herausfinden zu können, was den Schülern wirklich schmeckt, muss man Schüler fragen. Eine solche Akzeptanzanalyse ist dringend notwendig. Nur so können Sie herausfinden, ob und wie Ihre Angebote ankommen. Sie können erfahren, was Schülern fehlt und welche Veränderungen Sie vornehmen können. Führen Sie eine solche Umfrage entweder in der ganzen Schule durch oder in einigen Klassen jeder Klassenstufe.
Beispielfragen zur warmen Mittagsverpflegung finden Sie demnächst hier.
Alternativ können Sie auch einen Postkasten für Rückmeldungen der Schüler und Schülerinnen (Lob und Kritik) in der Nähe des Pausenverkaufs anbringen.
Treten Sie in jedem Fall mit Ihren Kunden in Kontakt, indem Sie durch Plakate oder Bistro-Tafeln auf Veränderungen im Angebot oder Sortiment aufmerksam machen. Auch die Konkurrenz in der näheren Umgebung schläft nicht und wirbt nahezu jede Woche mit neuen Mitteln.
Schülerinnen und Schüler, die in die Gestaltung der Schulverpflegung eingebunden werden, nehmen häufiger und lieber am Schulessen teil und haben einen besseren Bezug zu Schulverpflegung, wenn sie in irgendeiner Form einen Beitrag leisten können. Sei es einerseits bei der Gestaltung des Speisesaals, der Zubereitung oder der Ausgabe der Speisen, der Mithilfe im Pausenverkauf oder sogar bei der Menüplanung. Die Möglichkeiten sind vielfältig:
  • Mitbestimmung bei Angebot und Angebotstiefe z.B. Obst und Gemüse (mit entsprechender Darreichungsform), Angebot von Ethno- und Trendspeisen
  • Zusammenarbeit mit dem Kunstunterricht (Gestaltung des Pausenverkaufs/ Kiosks als Klassenprojekt oder im Zuge einer „Deko-AG“)
  • Angebot eines Wahlfachs
  • Projekte/Projekttage, z.B. Entwurf eines Logos für den Pausenverkauf
  • Ideen-Wettbewerbe für eine Themen-Woche oder einen Aktionstag, z.B. Erdbeer-, Milchshake-Tag oder regionale, nationale und internationale Spezialitäten
  • Mitarbeit in einer Schülerfirma
  • Mitarbeit in der Essensausgabe oder an der Kasse
Bei guter Anleitung haben die Schüler Spaß an der Sache und können sich besser mit dem Schulverpflegungsangebot identifizieren. Das persönliche Verhältnis sowohl zu ihrem Verpflegungsangebot als auch zu ihrer Schule (Schule als Lebensraum) wird so aufgewertet.
Das schulische Verpflegungsangebot kann unter Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen deren Esskultur nachhaltig prägen.

Rezepte und Tipps für die Zwischenverpflegung

Zeichnung eines Kindes: Hände schon gewaschen?

Bei Mitarbeit und beim Umgang mit Speisen sind allerdings Hygienevorschriften zu beachten:

Geschmack und Attraktivität

Schülerin beim Brotzeit machen
Jeder Mensch hat einen individuell geprägten Geschmack. Im Laufe des Lebens ändern sich die Vorlieben. Der Geschmack wird durch tägliche Erfahrungen gefestigt.
Oft ist es nicht leicht, die Scheu vor dem Unbekannten abzulegen. Den Kunden von Schulverpflegung geht es da nicht anders. Geben Sie den Kindern und Jugendlichen Zeit, sich auf Veränderungen im Angebot einzustellen. Eine spontane, erste Ablehnung muss nicht dauerhaft gelten.
Kostenlose und wiederkehrende Probierhappen können da schnell Abhilfe schaffen. Vermeiden Sie den Begriff „gesund“, wenn Sie Ihr Angebot anpreisen. Oftmals weckt diese eigentlich gut gemeinte Beschreibung negative Assoziationen.
Schülerinnen und Schüler sind Neuem gegenüber stets aufgeschlossen. Das gilt auch für Obst, und Gemüserohkost. Wichtig dabei ist vor allem die Optik. Appetitlich angerichtetes und/oder dekoriertes Obst oder Gemüse akzeptieren sie vor allem in kleinen Portionen. Eine Banane oder ein ganzer Apfel können da schon viel zu viel sein.
Nehmen Sie es mit dem Konkurrenzanbieter auf! Präsentieren Sie Ihre belegte Vollkornsemmel so ansprechend dekoriert wie möglich. Das Auge isst bekanntlich mit und will umschmeichelt werden.

Rezepte und Tipps für die Zwischenverpflegung

Raum und Ambiente

Sch _lercafe
Das Ambiente eines Pausenverkaufs bzw. Speisesaals für Schüler wird oft unterschätz. Solange Schüler die freie Wahl haben, wo sie ihr Mittagessen einnehmen, gehen sie dorthin wo es ihnen gefällt und wo man sich mit Freunden angenehmer unterhalten kann. Die Wahl des Produkts und der Ort des Verzehrs sind oftmals Ausdruck des vorherrschenden Lebensgefühls. Dies gilt vor allem auch für Produkte, von denen ein besonderes Image ausgeht. Nehmen Sie also die „Ess-Atmosphäre“ ernst und optimieren Sie die Aufteilung, Gestaltung und somit das Ambiente Ihres Pausenverkaufs. Beziehen Sie wenn möglich auch hier die Schüler mit ein, um die Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Zielgruppe sowie aktuelle Trends zu erfahren.
Durch farbliche Gestaltung, geschickte Möbelauswahl (auch Ausgabe-/Thekenmobiliar), Dekoration und geeignete Beleuchtung lässt sich auch am Schulkiosk eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.

Lärmdämmung

Personal und Servicequalität

Ausgabe
Das Verhalten des Personals und die Servicementalität sollten auch in Belangen der Zwischenverpflegung kundenorientiert sein, damit die Schülerinnen und Schüler das Angebot gerne und häufig annehmen. Gut geschulte und (kinder- und jugend-)freundliche Mitarbeiter mit großer Servicemotivation sind eine wesentliche Voraussetzung. Mit ihrer feinen Antenne für die Stimmung von Menschen reagieren Kinder sofort ablehnend auf weniger feinfühliges Personal.
Hierbei ist es wichtig, auch die Sicht der Schülerinnen und Schüler kennenzulernen, um Verständnis für etwaiges Fehlverhalten aufbringen zu können. Selbstverständlich soll auch in der Schlange zum Pausenverkauf auf respekt- und rücksichtsvollen Umgang Wert gelegt werden. Bewegungsdrang, Zeitmangel und mögliche Frustrationen vom Vormittag können Ursachen für unfreundliche Reaktionen der Schülerinnen und Schüler sein.
Kinder wollen als Kunden ernst genommen werden. Ein direkter Augenkontakt kann hier Provokationen vorbeugen.

Brotzeitapfel Bearbeitet

Stand: August 2012

Literatur: Vgl. Wehmöller, Dörte:, Pause mit Genuss, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 2010, S.8f