Nach Beschluss der Schule, Bio-Lebensmittel einzusetzen, stellen sich die ersten Fragen zur konkreten Umsetzung. Am Anfang steht häufig die Überlegung, ob mit Bio-Komponenten oder mit kompletten Bio-Menüs begonnen werden soll. Je nach den Voraussetzungen an den einzelnen Schulen gibt es folgende Möglichkeiten:
Bio-Lebensmittel sind meist teurer als konventionelle. Gründe hierfür sind in erster Linie die geringeren Ernte-Erträge im Ackerbau, Gemüse- und Obstbau, der höhere Aufwand in der Tierhaltung und die kleineren Handelsstrukturen. Es gibt jedoch eine Reihe von bewährten Grundsätzen, um den Mehrpreis – wenigstens teilweise - abzufangen:
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat zusammen mit „Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ (IN FORM) eine Informationsbroschüre mit Kalkulationsbeispielen herausgegeben. Diese Broschüre finden Sie hier.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Bio-Lebensmittel zu beziehen, wobei die Auswahl der Lieferanten davon abhängt, ob Sie die gesamte Verpflegung oder nur einzelne Komponenten in Bio-Qualität einsetzen möchten. Kurze Transportwege und der regionale Bezug von Lebensmitteln sind wichtige Ziele im Ökolandbau.
Der Bezug direkt beim Landwirt kann sinnvoll sein, wenn nur einzelne Lebensmittel, wie z. B. Bio-Äpfel als Pausenverpflegung, angeboten werden. Für Bayern gibt es ein Verzeichnis, in dem Sie - nach Landkreisen und Produktgruppen geordnet - Direktvermarkter in Ihrer Nähe finden können.
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nicht alle in der Liste enthaltenen Betriebe logistisch auf die Belieferung von Schulen eingestellt sind.
Weitere Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Direktvermarktern, spezialisierten Bio-Cateringunternehmen und regionalen Bio-Großhändlern können Ihnen die bayerischen Öko-Anbauverbände Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter geben. Die Kontaktadressen finden Sie hier.
Obwohl Bio-Lebensmittel etwas andere Produkteigenschaften als konventionelle Lebensmittel aufweisen, z.B. enthalten sie nachweislich deutlich weniger Nitrat und Pflanzenschutzmittel-Rückstände und sind weitgehend naturbelassen, braucht man für das Kochen keine speziellen Bio-Rezepte.
Es ist jedoch zu empfehlen, das Küchenpersonal über die Besonderheiten in der Verwendung von Bio-Lebensmittel zu informieren. Dies betrifft vor allem die Lagerung und die Auslobung.
Weitere Hinweise zur Mitarbeiter-Information finden Sie hier.
Wer Bio-Lebensmittel erzeugt, ver- oder bearbeitet muss sich einer nach der EG- Öko- Verordnung vorgeschriebenen Öko-Kontrolle unterziehen. Diese Kontrolle findet in jedem Betrieb, ob Landwirtschaft, Verarbeitung oder Handel, mindestens einmal jährlich statt.
Wird eine Speise, eine Komponente oder eine Zutat mit „Bio“ oder „Öko“ an der Speisenausgabe, auf der Speisekarte oder auf einer Tafel im Speisesaal ausgewiesen, so ist eine Teilnahme am Kontrollverfahren erforderlich. In Einrichtungen, in denen es nur ein Essensangebot gibt, besteht keine Kontrollpflicht, wenn es sich um einen geschlossenen Benutzerkreis handelt, d.h. wenn Dritte keinen Zutritt haben. In allen anderen Fällen ist die Einrichtung kontrollpflichtig, und es muss ein Kontrollvertrag mit einer in Bayern zugelassenen Kontrollstelle abgeschlossen werden.
Nähere Informationen finden Sie in der Broschüre der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung - Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau (Hrsg.) (2009): Mit einfachen Schritten zum Bio-Zertifikat. Der neue Leitfaden für Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie.
Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau läuft die Initiative „Bio kann jeder“; hier gibt es regionale Fortbildungsveranstaltungen speziell für Schulen und regionale Ansprechpartner. Nähere Informationen finden Sie hier.
In München und Nürnberg gibt es Initiativen zur Förderung der Verwendung von Bio-Lebensmitteln in der Schulverpflegung. Die jeweiligen Koordinatoren können ebenfalls Hinweise auf Beratungsangebote für einzelne Schulen geben.